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Beitrag vom 18. Sep 2013 in Leitartikel, Wahlkreis / vor Ort

Eine Kita als Naturparadies

woltwiesche

Kita-LengedeDie Organisationen der Wirtschaft fordern derzeit landauf, landab mehr Kinder¬tagesstätten (Kita’s). Mittelständische Unternehmen tun sich zusammen und richten eine Kita ein. Dabei stehen viele organisatorische Fragen zu Recht im Vordergrund. Eine Frage sollte aber nicht zu kurz kommen: Wie muss eine Kita eigentlich aussehen, damit unsere Kinder kindgerecht aufwachsen können?

Bei der Umgestaltung des Außengeländes unserer Kita »Wilde Neun« in Lengede-¬Woltwiesche haben wir uns für einen NaturSpielgarten entschieden. Das alte Spielgelände mit seinen Rasenflächen drumherum und flachen Ebenen war ziemlich einfältig, ja fast schon trostlos und mit wenig Aufforderungscharakter zum Spielen.

Durch die unterschiedlichen Materialien auf den Wegen, die Hügel, Steinmauern, Blumen und Büsche entstanden schon rein für die Wahrnehmung, verschiedene atmosphärische Spielbereiche und endlose Möglichkeiten, die den Kindern ganz individuelle Erfahrungen in der Motorik, der Sinneswahrnehmung und ganz selbstverständlich auch in der Naturerfahrung näherbringen.

Ich habe den direkten Vergleich zu früher und kann nur sagen: Das Spielverhalten der Kinder ist viel intensiver und kreativer geworden. Die Kinder sind zueinander harmonischer und es gibt weniger Streitigkeiten. Eine größere Verletzungsgefahr durch Steine und Unebenheiten gibt es nicht. Die Kinder sind hervorragende Selbsteinschätzer ihres Könnens und stellen sich sehr gut auf ihre Umgebung ein. Sie werden zu Entdeckern und Experimentierern. Wir müssen sie nur gewähren lassen.

Immer wieder erfreut es mich zu sehen, wie zufrieden und ausgeglichen die Kinder spielen und nebenbei viele Erfahrungen mit der Natur machen. Im Vorübergehen werden Blumen befühlt und beschnuppert. Schließlich möchte man wissen, wie sich diese Blume anfühlt oder die Nachbarblume und – gibt es einen Duft? Einen Schmetterling beim Fliegen beobachten, und im Bestimmbuch seinen Namen suchen. Käfer und Spinnen werden im Vergrößerungsglas gesammelt und genau angeschaut.

Unsere Kita-Kinder gingen schon nach kurzer Zeit viel respektvoller mit der Natur um. Bei Fehlverhalten von Spielkameraden schauen die Kinder genauer und weisen auf das Verhalten hin. Kurz: Die Kinder entwickeln in einem NaturSpielgarten ein ganz anderes Verständnis und die ersten Lebensjahre sind bekanntlich prägend. Wie sagte doch Friedensreich Hundertwasser: »Ein tägliches Leben ohne intimen Kontakt mit Blumen und Pflanzen, Erde und Humus ist menschenunwürdig.«

Text: IHK Wirtschaft